Sonntag, 30. Oktober 2011

FIRE

Ach schon wieder verlier ich mich so sinnlos zwischen den Zeilen, zwischen den Stunden, zwischen mir und mir.


"Everything that generates warmth, vitality, passion, and creativity is an expression of fire. Where is fire in balance, creating energy but not burning you or anyone else up? Where is it lacking, leaving you feeling desolate and alone? And where is it too strong - where do you feel fried or burned out?" 
(Ken McLeod, Wake Up To Your Life)



Donnerstag, 27. Oktober 2011

Human beings with feelings

"People turned out to be alive. Hitherto he had supposed that they were what he pretended to be - flat pieces of cardboard stamped with conventional design - but as he strolled about the courts at night and saw through the windows some men singing and others arguing and others at their books, there came by no process of reason a conviction that they were human beings with feelings akin to his own. He had never lived frankly." (E.M.Forster: Maurice)


Ich glaube, dass ich das verstehe

Der Freund erzählte:

Meine größte Lebenskrise hatte ich, als meine Freundin mich verließ. Ich erinnere mich, wie ich eines Tages mit meinen Einkaufstüten nach Hause kam und auf die Knie sank, weil ich so weinen musste. Aber im gleichen Moment war ich auch wahnsinnig froh.

(Er lachte und machte eine Pause, und ich wartete gespannt auf die Fortsetzung.)

Er sagte, ich war so froh, weil ich mich in meiner Traurigkeit lebendig fühlte. Verstehst du das?

Ich sagte, ich glaube, dass ich das verstehe.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

I love you dearly, deeply

Sie sagte, ich muss die Menschen, die ich liebe, auch immer irgendwie quälen, und ich habe bisher noch nicht wirklich begriffen, warum das so ist.

Montag, 24. Oktober 2011

may I be happy

To the degree that you have loving-kindness for yourself your loving-kindness for others is unblocked. (Pema Chödrön)

Sonntag, 23. Oktober 2011

Freund!

"Schreibst du noch?", fragt er.
Ich gehe ins andere Zimmer, um meine Schuhe in den Koffer zu packen.
"Nein", sage ich nach einer Pause.
Er ist mir gefolgt.
"Lügst du noch?", fragt er.
"Ja", sage ich nach einer noch längeren Pause und ziehe den Reißverschluss des Koffers zu.
"Schreibst du noch?", fragt er.

(Er steht an einem Sonntag um halbacht mit seinem Fahrrad vor der Buchhandlung, damit wir noch zusammen frühstücken können, bevor ich fahre.)

Ausflug mit S (4) II

1. Das Kind hat seit kurzem ein größeres Fahrrad, mit Fahne, auf dem es schon ganz gut fahren kann. Nur wenn es still steht, fällt es manchmal um, weil es dann kippelt oder sich nach links und rechts hinunter bückt, um etwas vom Gehsteig aufzuheben oder am Wegrand zu pflücken. Ein Blatt. Ein paar "pinkene" Beeren. Eine Sammlerin, sagt B. Schöne Welt, sagt das Kind. Jedenfalls glaube ich das zu hören. Hat sie das wirklich gesagt, fragt B.

2. Wo wohnst du, fragt mich das Kind. In Schweden, sage ich. Ich bin einmal in einem anderen Schweden gewesen, ruft das Kind, das mit dem Fahrrad schon ein Stück vorausfährt, mit K! K ist ihr großer Bruder, beinahe 18, er wohnt aber woanders, und sie sehen sich kaum. B sagt, sie erzählt andauernd, dass sie mit K irgendwo gewesen ist. Warum also nicht auch in einem anderen Schweden?

3. Auf dem Flohmarkt für Kinderkleidung kauft B eine Winterjacke, zwei Hosen, eine Baumwolljacke und ein T-Shirt für das Kind. Das Kind verschwindet immer wieder auf den Spielplatz, und jedesmal, wenn wir nach ihr Ausschau halten, gibt es diese kleine Schrecksekunde, diesen Mikroteil einer Sekunde, in dem wir sie nicht entdecken können, bis wir sie schließlich sehen, z.B. platt auf dem Bauch auf dem Dach des Kletterhauses.

4. Das Kind fragt mich vom Hintersitz des Autos her, wie lange werden wir uns treffen? B fragt, was meinst du damit? (B ist gerade ein wenig gereizt, weil jemand ihren Rückspiegel kaputtgemacht hat und der jetzt nur an einem dünnen Fädchen am Auto hängt). Aber ich glaube, dass ich weiß, was das Kind meint. Ich sage, ich komme noch mit euch in den Park, und dann fahre ich woanders hin. Und dann treffen wir uns nächstes Mal wieder, wenn ich nach Berlin komme. Wann darf ich ein Stück von deinem Kuchen probieren, fragt das Kind.

Lesbos 13/12 2021

Am Morgen wachte ich zum Plätschern des Regens auf. Machte mir Kaffee, schmierte mir Brote, packte eine Portion gesalzene Oliven in den Ruck...