"Sometimes there's so much beauty in the world I feel like I can't take it, like my heart's going to cave in." (Ricky Fitt in "American Beauty")
Donnerstag, 7. März 2013
Das Öffnen alter Ordner 2 (1996)
"Könnte man den Zustand wegwischen, wie eine Fliege von der Wange."
"Ich stopfte mir das Essen in meinen aufgerissenen Mund und schloss ihn sehr schnell wieder, damit es mir nicht gleich wieder herausfiel."
"Das Haus bewegt sich, und ich bewege mich mit ihm."
"Es ist, als würde die Luft endgültig stillstehen und sich nicht mehr erneuern."
Mittwoch, 6. März 2013
Das Öffnen alter Ordner 1 (1996)
"Es gibt eigentlich nur Zufallsprodukte in meinem Schreiben."
"Irgendwo gab es heute einen Satz, der etwas Wichtiges zu sagen schien, aber er ist untergegangen, im Lärm und in der Eile des Tages."
DIALOG:
- Kannst du mir sagen, warum du so wunderbar bist?
- Nicht ich bin wunderbar, du bist es.
- Weil du so wunderbar bist.
"Es ist schon nicht mehr wahr, dass ich am dritten Januar hier ankam und am Bahnhof auf meinen Gepäckstücken saß und du von hinten an mich herantratst und mit deiner Hand in mein Haar, an meinen Nacken fuhrst und sagtest, bist du endlich hier. Da war ich endlich und unauslöschlich hier, und die Zeit der Telefonate, der Briefe hatte ein Ende gefunden, und wir wussten ja beide, dass damit eine schöne Zeit zu Ende ging. Mehrmals hattest du am Telefon gesagt: wir müssen auch dort telefonieren, vielleicht einmal in der Woche ein Telefongespräch führen, als wären wir nicht in der selben Stadt, und ich möchte auch dort Briefe von dir bekommen, ich kann nicht mehr leben, ohne Briefe von dir zu bekommen, kannst du mir nicht schreiben, von Zeit zu Zeit? Und ich sagte, gut, lass uns hin und wieder so tun, als lebten wir nicht in der selben Stadt. Aber natürlich ist alles ganz anders gekommen. Wir sehen uns fast jeden Tag, und wenn ich dich einen Tag lang nicht sehe, meine ich manchmal, es nicht ertragen zu können, aber manchmal kann ich es auch nicht ertragen, dich zu sehen. Und plötzlich sind wir im Alltag gelandet mit seinen seltsamen Gewohnheiten und seinen Verrenkungen."
"Gestern brachte ich ihr gelbe Tulpen. Sie sagte, Gelb sei die Farbe des Wahnsinns und passe deshalb gut zu ihr."
"Irgendwo gab es heute einen Satz, der etwas Wichtiges zu sagen schien, aber er ist untergegangen, im Lärm und in der Eile des Tages."
DIALOG:
- Kannst du mir sagen, warum du so wunderbar bist?
- Nicht ich bin wunderbar, du bist es.
- Weil du so wunderbar bist.
"Es ist schon nicht mehr wahr, dass ich am dritten Januar hier ankam und am Bahnhof auf meinen Gepäckstücken saß und du von hinten an mich herantratst und mit deiner Hand in mein Haar, an meinen Nacken fuhrst und sagtest, bist du endlich hier. Da war ich endlich und unauslöschlich hier, und die Zeit der Telefonate, der Briefe hatte ein Ende gefunden, und wir wussten ja beide, dass damit eine schöne Zeit zu Ende ging. Mehrmals hattest du am Telefon gesagt: wir müssen auch dort telefonieren, vielleicht einmal in der Woche ein Telefongespräch führen, als wären wir nicht in der selben Stadt, und ich möchte auch dort Briefe von dir bekommen, ich kann nicht mehr leben, ohne Briefe von dir zu bekommen, kannst du mir nicht schreiben, von Zeit zu Zeit? Und ich sagte, gut, lass uns hin und wieder so tun, als lebten wir nicht in der selben Stadt. Aber natürlich ist alles ganz anders gekommen. Wir sehen uns fast jeden Tag, und wenn ich dich einen Tag lang nicht sehe, meine ich manchmal, es nicht ertragen zu können, aber manchmal kann ich es auch nicht ertragen, dich zu sehen. Und plötzlich sind wir im Alltag gelandet mit seinen seltsamen Gewohnheiten und seinen Verrenkungen."
"Gestern brachte ich ihr gelbe Tulpen. Sie sagte, Gelb sei die Farbe des Wahnsinns und passe deshalb gut zu ihr."
Donnerstag, 21. Februar 2013
Mittwoch, 20. Februar 2013
Das Leben macht grade Spaß
Ich habe den Tag mit Malen, Griechischlernen, Schreiben, Spazierengehen (mit Hund), Baden (im Meer), Essen und Sauerteigbrot-Vorbereiten verbracht. Ich habe meditiert und Yoga gemacht. Ich habe mit Freunden Tee getrunken und Kardamon-Hefeteilchen gegessen. Ich habe einen Termin beim Arzt vereinbart und das Gemüsefach in meinem Kühlschrank ausgewaschen. Ich habe ein paar Seiten der Iliade angehört und über Iphigenie nachgelesen. Ich war mit meinen Katzen im Hof und habe mindestens zweimal abgespült. Ich fand, dass es Narziss Recht geschieht, dass er dazu verdammt wird, auf ewig sein Spiegelbild zu betrachten. Schließlich hat er die Liebe Echos verschmäht. Beide vergehen, schwinden dahin. Er wird zur Narzisse. Sie wird zum Echo.
Montag, 18. Februar 2013
Angstloch
Dieser Moment gestern, als ich vor einer Gruppe saß, die darauf wartete, dass ich irgendetwas sagte, und ich einfach immer tiefer in ein Loch hinabsank, in dem kein Wort, kein Gedanke, nicht einmal ein Gefühl existierte (außer dem dringenden Wunsch, ganz woanders zu sein)...
Freitag, 8. Februar 2013
Warum ich gern in der Nacht Zug fahre
Die rauhe Nacht, das Rumpeln, ein freundlicher Schaffner, das Gefühl, von einem schicksalshaften Zufall zusammen in dieses Abteil geworfen zu sein. Das beinah Tierhafte, die Abwesenheit von Rollen, Masken. Jeder schläft, schreckt wieder auf, schläft wieder ein, qualvoll verdreht. Füße berühren einander, Atemzüge vermischen sich, die Welt fliegt vor dem Fenster vorbei. Dann wieder steht der Zug lange irgendwo im Dunkeln, unbegreiflich, ohne dass etwas geschieht, ohne dass man weiß, wo er sich befindet. Am Morgen findet man sich langsam und mühsam wieder, setzt sich zusammen, wünscht seinem Gegenüber einen guten Morgen, sammelt sich, geht wacklig hinaus auf den Gang, wäscht sich das Gesicht. Man ist seinen Mitreisenden irgendwie näher gekommen, verabschiedet sich aber auch leicht. Wenn man im Speisewagen sitzt, Kaffee trinkt und ein Croissant isst, ist man schon wieder zurück in der Welt der scharfen Linien. Die Speisewagenschaffnerin arbeitet widerwillig und mürrisch, ein Amerikaner fragt sie, ob sie "angry" sei, aber sie kann ihm nur antworten, wo er Milch und Zucker findet.
(Und das Geräusch des Öffnens und Schließens der Abteiltüren, die Schritte im Gang, das Schlagen von Gepäck gegen die Abteilwände, wenn der Zug gerade in einen Bahnhof eingefahren ist, alte Fahrgäste aus- und neue zusteigen.)
Kurz vor der Abfahrt des Zuges in Frankfurt kam ein Mann an die Abteiltür und sagte auf englisch, es fehlten ihm noch etwa 20 € für seine Fahrkarte nach Budapest. Er zeigte den Fahrplan für einen Zug, der in 40 Minuten abgehen sollte und das Geld, das er bereits hatte, etwa 140 €. Ich gab ihm drei €, fühlte mich geizig, und gleichzeitig dachte ich, dass er mir wahrscheinlich eine Flunkergeschichte erzählte. Die drei € waren für den Fall, dass es doch keine Flunkergeschichte war und dass er einige Leute wie mich brauchte, die so taten, als glaubten sie ihm.
(Und das Geräusch des Öffnens und Schließens der Abteiltüren, die Schritte im Gang, das Schlagen von Gepäck gegen die Abteilwände, wenn der Zug gerade in einen Bahnhof eingefahren ist, alte Fahrgäste aus- und neue zusteigen.)
Kurz vor der Abfahrt des Zuges in Frankfurt kam ein Mann an die Abteiltür und sagte auf englisch, es fehlten ihm noch etwa 20 € für seine Fahrkarte nach Budapest. Er zeigte den Fahrplan für einen Zug, der in 40 Minuten abgehen sollte und das Geld, das er bereits hatte, etwa 140 €. Ich gab ihm drei €, fühlte mich geizig, und gleichzeitig dachte ich, dass er mir wahrscheinlich eine Flunkergeschichte erzählte. Die drei € waren für den Fall, dass es doch keine Flunkergeschichte war und dass er einige Leute wie mich brauchte, die so taten, als glaubten sie ihm.
Dienstag, 5. Februar 2013
Rosa Gesicht
Erinnerung an die Zeit vor der Einschulung, als ich mich anstrengte, mit meiner Hand über meinen Kopf das Ohr zu berühren.
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