Donnerstag, 22. November 2007

Richtig große Hasswut...

...auf geleckte Verlagsgestalten, an deren Worten noch das Seminargefasel von der Uni klebt und die über aller Fähnchen-in-den-Wind-Hängerei jede ehrliche und verzweifelte Liebe zu den Büchern verloren haben...

Mittwoch, 21. November 2007

dinge aus der kindheit

Orangeneis in einer Plastikorange mit grünem Plastikblatt, Sprengel Erfrischungsstäbchen, Holzklapperln, ein Plastikpropeller mit Schnurantrieb, Schlummerle-Puppen mit weichem Rumpf und Klappaugen, mit der typischen Lockenwickler-Fönhauben-Frisur, die heißen Plastiksitze im Auto an einem Augusttag, die herunterklappbare Armlehne auf dem Hintersitz im Ford Taunus 20m XL, Schaumwaffeln im Freibad, Brausestangen bei Frau Bauer, Brausetabletten, Brausepulver mit Waldmeister- Zitronen- oder Himbeergeschmack, die Balkonkästen aus Beton, die Sichtblenden an den Balkons, Biergärten am Abend, geschnittener Rettich mit Salz, Bauernbrot und Butter, der Geruch beim Bierausschank und den Gläserauswasch-Trögen, der Geruch nach Erbrochenem beim Kinderkarussell, die Kälte der feuchten kleinen schmutzigen Steine auf dem Boden, Dauerbreze, Dubble-Bubble, Apfel-Eis, schneeverklebte Wollhandschuhe, Steghosen und Socken, kalte Schokoladenstückchen in der Anoraktasche, Haubenmützen mit Bommeln am Ende der Schnürbänder, Bonanza in Farbe, Tintenkiller zum Anlecken, Filzstifte mit Spitzenformer, Bleistiftspitzer mit durchsichtiger, durch Drehen verschließbarer Plastikhaube, Klappfahrrad mit Rücktrittgangschaltung, Trainingsanzüge, schwarze gerippte Sporthosen ohne Bein, Schwimmabzeichen (Frei-, Fahrten-, Leistungsschwimmer), von der Mutter an den Frottee-Badeanzug genäht, Nasenklammern, die kreisrunde Abdrücke auf den Nasenflügeln hinterlassen, die roten Augen nach dem Hallenbadbesuch, die gerippten Pommes Frites im Imbiss nebenan, mit noch feuchten Haaren, Eiskonfekt im Kino (mit Vanille- und Haselnusseis) //

Dienstag, 30. Oktober 2007

Geld und Lappen

Mein Bruder beteiligt sich auch am Bairischen Wörterbuch:

"Diridari für Geld und Hadern für Lappen werden hiermit nachgereicht."

So ein herbstgoldener Tag!

Und wieder bringt mir die Post vier Bücher, und ich lege sie zu den anderen in den Stapel.

Mein Plan: Eine filigrane Pappstadt.

Sonntag, 28. Oktober 2007

Bairische Wörter mit "g", Fortsetzung

Gfries (abfällig: Gesicht, auch Fotzen, Lätschen)

Gsangl (a) Liedlein, kurzer Gesang, b) lästiges unschönes Gesinge: Aufhören mit dem Gsangl, ich kann's nimmer hörn!)

Freitag, 26. Oktober 2007

Traum

Ich sitze in einer Kirche, in der junge Konfirmanden (?) eine Messe vorbereiten (?), in welcher viel Blut vorkommt (?, jedenfalls aber die Farbe Rot - ein roter Schal?).
Währenddessen unterhalte ich mich mit einem Pianisten (?, er sitzt an einem schwarzen Flügel) darüber, dass ich Gesangsunterricht nehmen will (?).

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Back again

"Bin i da Garneamand?" (Lena Christ: Erinnerungen einer Überflüssigen)

Viel zu lange war ich weg von dieser Seite. Irgendwo verschwunden, weiß nicht wo.
Zurück in M., bin ich gleich wieder im Alltagskatzentrott. Habe zugesagt, ein dänisches Buch zu lesen, ohne wirklich dänisch zu können. Ich versuche, die Hälfte der Wörter zu erraten.
Sitze im Hinterhof. Die Nachbarin kommt, die gerade im selben Haus von einer Wohnung in die andere umzieht und sagt, dass sie irgendwie in zwei Hälften geteilt ist. Sie hilft mir mit einem dänischen Wort, bei dem anderen, nach dem ich sie frage, muss sie auch passen.

Am Morgen fahre ich in den Sonnenaufgang hinein, kleine weiße Schaumkronen auf dem Meer, ein Jäger oder was schaut professionell über die Landschaft.

Ich habe folgende Bücher aus Berlin mitgebracht: Raymond Carver: Erste und letzte Storys, Haruki Murakami: Gefährliche Geliebte, Thomas Mann: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull, Stefan Zweig: Phantastische Nacht, Herbert Achternbusch: Die Alexanderschlacht, Evgen Bavcar: Das absolute Sehen, Jean Paul: Flegeljahre, Adalbert Stifter: Bunte Steine. Außerdem Werner Bräunig: Rummelplatz, als Hörbuch, 476 Minuten, Schachtel schon katzenangeknabbert.

Eine Auswahl bairischer Wörter aus meiner ureigenen Sammlung {ich hoffe bald Verwendung für sie zu haben.}

Goggolori

Gräfin Gocks

Gosche

gottfroh

Gottesacker

Gift (sie hat einen solchen Gift auf ihn)

Gigerl (Geck, Stutzer), gigerlhaft

Gipskopf

Giselafransen (Frisur)

gleichschauen (Die Blumen schaun was gleich.)

Glump (wertloses Zeug)

gàch (steil, abschüssig)

gackerlgelb

Garniemand (unbeachteter Mensch)

geblumt (geblümt)

Gefrage (Fragerei)

gefressen (etwas gefressen haben: verabscheuen, widerlich, hässlich finden)

Gfrett (Schinderei, Plagerei)

Gefrier (Die Gefrier geht tief in den Boden hinein.)

Gfries (Gesicht, Visage)

geh! geh weiter! geh zu!

gehert (voller Unruhe, ohne Sesshaftigkeit)

Freitag, 5. Oktober 2007

In seinen Augen. (Ein seltsames Licht)

(Wieder ein erbärmlicher Anfang.)

Die Mühe des Schreibens, während draußen Menschen ihren besten Freund an der Leine auf den Rasen kacken lassen, um den Kackehaufen hinterher mit einem kleinen Plastiksäckchen aufzunehmen und in eine dafür vorhergesehene Tonne zu werfen.
Oder auch nicht. (Dann bleibt das Häufchen liegen, bis es der Erde einverleibt ist. Am Ende verwandelt sich - beinahe - alles in etwas Gutes.)

Ich muss übrigens nicht mehr im Voraus wissen, wohin ich auf dem Weg bin.

Lesbos 13/12 2021

Am Morgen wachte ich zum Plätschern des Regens auf. Machte mir Kaffee, schmierte mir Brote, packte eine Portion gesalzene Oliven in den Ruck...