2020/07/26 09:07
Gestern konnte ich wieder nicht einschlafen. Das Surren, das Jucken, das Krabbeln. Ein hellwaches und doch stumpfes Hirn. Dann wachte ich auf, als die Sonne grade über den Horizont kletterte. Mit einem Schlag war es hell. Vergeblich versuchte ich, wieder einzuschlafen. Hörte leise Stimmen von der Nachbarterrasse. Die österreichischen Nachbarinnen, von denen ich mich gestern Abend schon verabschiedet hatte. Ich ging hinaus. Heute hatten sie ihre leichten Urlaubskleider gegen ein sportliches Reise-Outfit ausgetauscht. Noch ein "Ba-baa". Man wünscht den anderen jetzt in erster Linie "Gesundheit". Sie werden mir fehlen - und ihr Österreichisch, in dessen Nähe ich mich zu Hause fühlte -, aber ich bin auch froh, dass ich jetzt nicht mehr so vorsichtig sein muss.
Las mich durch große Teile meines Blogs. Nichts Besonderes, aber ich bin trotzdem froh, diese Erinnerungsfetzen zu haben.
Für die nächsten Tage stehen viele praktische Sachen an. Was mich am meisten belastet: 1) Mit Giannis noch einmal wegen dem Garten reden, inklusive der Probleme, die auftauchen können. 2) Eine Lösung für die Tomatenpflanzen finden und für die Kürbispflanze.
Der rote Kater mit dem traurigen Gesicht hat sich jetzt auch einen Mittagstisch erschlichen.
Traf Ch. mit ihrem neuen Lebensgefährten. Wie ein Kater ist er bei ihr eingezogen, kurz nachdem seine Frau gestorben war, und sie hat die Verantwortung für ihn übernommen. Praktisch, weil sie Ärztin ist und er Diabetes hat. Mit einem Lächeln, das mich an die Cheshire-Katze denken ließ, saß er neben ihr am Cafétisch, auf dem zwei Biergläser standen und ein Schälchen mit Erdnüssen.
"Sometimes there's so much beauty in the world I feel like I can't take it, like my heart's going to cave in." (Ricky Fitt in "American Beauty")
Montag, 3. August 2020
25. Juli -
2020/07/25 18:36
Gestern in Kalloní in einem Café gefrühstückt. Greek Cream Pie und Cappuccino. Abstandsjustierung. Lese Pedro Paramo. Im Supermarkt bekommt man Karten mit der Information, dass man in Schlangen 6 qm Platz lassen soll. Maskenpflicht. Bei Nichtbeachtung 150 Euro (falls Kontrollen stattfinden). Ich kaufe Oliven, einen Spülschwamm, ein Baguette, ein Wasserglas (als Ersatz für eines, das mir zerbrochen ist), eine Packung Espresso. Ein alter Mann ohne Maske atmet mir an der Kasse in den Nacken.
Bei einer Frau auf der Straße kaufe ich Auberginen, eine Melone, Gurken, Tomaten. Wo ich herkomme, möchte sie wissen. Molyvos, sage ich. Dann erst fällt mir ein, dass sie vielleicht mein Herkunftsland wissen will. Oder wo ich lebe. Schweden, sage ich. Lebst du allein? Nein, sage ich.
Kaufe Entwurmungstabletten in einem Garten- und Tiershop. Hier war ich auch mal mit Cleo, als sie einen Abszess hatte. Ihr Skelett auf dem Röntgenbild. Es war in derselben Woche, in der mein Vater starb. Ich war hier, ich fürchtete mich davor, mit ihm am Telefon zu sprechen. Meine Schwester rief mich an und weinte. Cleo kotzte auf dem Weg zurück, das ganze Auto roch nach halbverdautem Katzenfutter. Die anderen kümmerten sich zu Hause um das Sterben meines Vaters. Besuchten ihn, rasierten ihn, kämmten ihn, sprachen mit dem Ärzten. Mary sagte, hast du noch, was du mit deinem Vater klären musst? Nein, sagte ich. Dann brauchst du nicht nach Hause fahren. An seinem letzten Morgen schrieb meine Schwester, es geht ihm anscheinend besser. Eine halbe Stunde später kam der Anruf. Ich musste meinen Kurs abschließen. Es gibt ein Bild in Marys Taverne. Ich lache, inmitten der Teilnehmerinnen. Erst als ich in Rgbg war, mit geliehenen Kleidern, die mir nicht richtig passten, weinte ich. Da hatten die anderen schon fertig geweint. Mein Abschiedsritual am Meer. Blumen, die ich ins Wasser warf, das Segel aus zusammengeklebten Teebeuteln, das im Wind davonflog. Der Stein in Herzform, den ich vom Strand aufklaubte und im Koffer mitnahm und der jetzt auf seinem Grab liegt. Die Insel ist schon mit mir und meinem Leben verwachsen.
Eine 100-jährige Frau, so erzählte Giorgos heute, als ich bei ihm im Laden saß, wurde heute begraben. Gegenüber von seinem Laden liegt die Kirche. Sie ist nicht hier gestorben, wurde aber für die Beerdigung hierher gebracht. Wie? Mit dem Flugzeug? Mit dem Boot? Keine Ahnung. Mit der Post wahrscheinlich nicht, sagt er. Wir lachen, während die Trauergäste mit Masken durch das Tor kommen.
Eine Frau versucht mit dem Moped den Anhang hochzufahren. Sie lässt den Motor immer wieder aufheulen. Es nervt ihn, er stellt sich in die Tür, die Hände in die Seiten gestemmt. Die Shorts hängen an ihm dran. Ich sage ihm, wie alt ich heute geworden bin. Er kann es nicht fassen, dabei ist das nicht das erste Mal, dass ich ihm sage, wie alt ich bin. Er hat auch vergessen, dass ich das letzte Mal Zucker in meinen Espresso wollte. Eine ganze oder eine halbe Packung? Eine halbe. Gut, sagt er, dann hebe ich die andere Hälfte für nächstes Mal auf und schreibe deinen Namen drauf. Ich stelle mich jeden Tag auf den Kopf, sage ich, und habe gelesen, dass man dadurch den Alterungsprozess bremst. Aha, sagt er ohne großes Interesse. Ich glaube an Sex. Es macht was mit einem, man kriegt Energie. Aber wir können ja zurzeit keinen Sex haben, fährt er sachlich fort.
Heute mein Geburtstag. Viel Gelächter auf meiner Terrasse gestern Abend, als wir in den Tag hineinfeierten. Mitternachtstanz, Ständchen, sogar Geschenke, Kerzen, die ich ausblasen sollte.
Am nächsten Tag: Theodos schenkt mir eine Flasche Weißwein, die er aus seinem Weinregal holt. Wir trinken den oft zu Hause, sagt er. Mary lädt mich auf ein Glas Wein ein. Taxia singt mir ein Ständchen auf Griechisch. Ich verteile kleine Marzipankegel (handgemacht aus Mandeln und Honig). Theodos nimmt seinen Kegel sorgfältig mit einer Papierserviette aus der Plastikschachtel. Mary fließt über. Oh, meine Liebe, viel Erfolg. Luftkuss. Auf Zoom treffe ich schwedische Freunde und KP und R obendrauf. Zwei Freunde aus Malmö setzen sich Engelsschmuck ins Haar und singen ein umgedichtetes Weihnachtslied für mich. KP und R singen ein deutsches Geburtstagsständchen im Kanon. Gianni, der in der Küche steht, ruft mir hinterher: Alles Gute zum Geburtstag! Ein alter Mann streckt mir die Hand hin. Glückwunsch. Wenn wir traurig sind, möchten wir alleine sein, sagt er. Wenn wir uns freuen, möchten wir unter Menschen sein. Die zwei älteren Griechinnen (wahrscheinlich so alt wie ich), die am Nachbartisch vor einem Teller mit griechischen Plätzchen sitzen, gratulieren mir. Ich singe das Lied jetzt nicht nochmal, sagt Taxia, als die Schweden klagen, dass sie nichts gehört haben, sonst fliegen die Vögel weg.
Bei der heißen Quelle finde ich nach dem Bad im Meer meine Brille nicht mehr. Ich bitte eine andere Baderin, die gerade aus dem Meer kommt, mir beim Suchen zu helfen. Sie strengt sich an, kann aber auch nichts sehen. Dann laufe ich hin und her auf dem steinigen Weg, frage im Restaurant nach, ob was abgegeben wurde. Zwei junge Touristen, denen ich zuvor den Weg zum Strand gezeigt habe, versprechen mir, auf dem Rückweg die Augen offen zu halten. Ich gehe noch einmal zurück. Plötzlich sehe ich etwas unter der Bank in der Umkleide. Offensichtlich habe ich die Brille unwissentlich mitgeschleift, als ich den Rucksack "sicherheitshalber" mit mir in die Nähe des Beckens nahm. Der alte Mann vom Restaurant fragt den Kellner: Hat sie sie wieder gefunden? Ja. Wo war sie? Er bekommt eine Erklärung auf Griechisch.
Ich setze mich an den höchst gelegenen Tisch, esse gefüllte Zucchiniblüten und grünes Gemüse und blicke aufs Meer und auf die türkische Küste. Eine kleine griechische Flagge ist in einen Felsen gerammt. Ich stelle mir die Flüchtlingsboote vor, die hier gelandet sind, die Flüchtlinge, die wussten, dass sie jetzt "in Sicherheit" waren, aber nicht, was sie jetzt noch erwartete. Der komplette, radikale Neuanfang.
Jedes Mal, wenn ich in dem Wegewirrwarr in den Olivenhainen unterwegs bin, denke ich mir, dass ich über die Wasserleitungen etwas schreiben will. Wasserknotenpunkte mit Wasseruhren. Schläuche liegen an den Wegen entlang, immer mal wieder hat einer ein Loch, und oft ist das Loch notdürftig geflickt. Das Wasser sprudelt um die geflickte Stelle heraus, es bilden sich grüne Oasen, sumpfige Pfützen. Manche der Kupplungen, die scheinbar chaotisch über den Brunnenöffnungen liegen, sind isoliert mit Blasenplastik. Irgendwo zurrt ein Draht was zusammen oder ein Stuck abgerissenes Gewebe von einem Olivensack.
Ich denke mir auch, dass ich über die Männerreiche schreiben will. Diese halbwilden Grundstücke, die improvisierten Lösungen, ein Rest von Ungezähmtheit. Hunde im Rudel, Hütten und Unterstände, aus Müll gebaut. Irgendwo findet man immer etwas, dass man umfunktionieren kann, dem man ein neues Leben geben kann. Es ist nicht nur Geldmangel, sondern auch praktisches Denken.
Gestern in Kalloní in einem Café gefrühstückt. Greek Cream Pie und Cappuccino. Abstandsjustierung. Lese Pedro Paramo. Im Supermarkt bekommt man Karten mit der Information, dass man in Schlangen 6 qm Platz lassen soll. Maskenpflicht. Bei Nichtbeachtung 150 Euro (falls Kontrollen stattfinden). Ich kaufe Oliven, einen Spülschwamm, ein Baguette, ein Wasserglas (als Ersatz für eines, das mir zerbrochen ist), eine Packung Espresso. Ein alter Mann ohne Maske atmet mir an der Kasse in den Nacken.
Bei einer Frau auf der Straße kaufe ich Auberginen, eine Melone, Gurken, Tomaten. Wo ich herkomme, möchte sie wissen. Molyvos, sage ich. Dann erst fällt mir ein, dass sie vielleicht mein Herkunftsland wissen will. Oder wo ich lebe. Schweden, sage ich. Lebst du allein? Nein, sage ich.
Kaufe Entwurmungstabletten in einem Garten- und Tiershop. Hier war ich auch mal mit Cleo, als sie einen Abszess hatte. Ihr Skelett auf dem Röntgenbild. Es war in derselben Woche, in der mein Vater starb. Ich war hier, ich fürchtete mich davor, mit ihm am Telefon zu sprechen. Meine Schwester rief mich an und weinte. Cleo kotzte auf dem Weg zurück, das ganze Auto roch nach halbverdautem Katzenfutter. Die anderen kümmerten sich zu Hause um das Sterben meines Vaters. Besuchten ihn, rasierten ihn, kämmten ihn, sprachen mit dem Ärzten. Mary sagte, hast du noch, was du mit deinem Vater klären musst? Nein, sagte ich. Dann brauchst du nicht nach Hause fahren. An seinem letzten Morgen schrieb meine Schwester, es geht ihm anscheinend besser. Eine halbe Stunde später kam der Anruf. Ich musste meinen Kurs abschließen. Es gibt ein Bild in Marys Taverne. Ich lache, inmitten der Teilnehmerinnen. Erst als ich in Rgbg war, mit geliehenen Kleidern, die mir nicht richtig passten, weinte ich. Da hatten die anderen schon fertig geweint. Mein Abschiedsritual am Meer. Blumen, die ich ins Wasser warf, das Segel aus zusammengeklebten Teebeuteln, das im Wind davonflog. Der Stein in Herzform, den ich vom Strand aufklaubte und im Koffer mitnahm und der jetzt auf seinem Grab liegt. Die Insel ist schon mit mir und meinem Leben verwachsen.
Eine 100-jährige Frau, so erzählte Giorgos heute, als ich bei ihm im Laden saß, wurde heute begraben. Gegenüber von seinem Laden liegt die Kirche. Sie ist nicht hier gestorben, wurde aber für die Beerdigung hierher gebracht. Wie? Mit dem Flugzeug? Mit dem Boot? Keine Ahnung. Mit der Post wahrscheinlich nicht, sagt er. Wir lachen, während die Trauergäste mit Masken durch das Tor kommen.
Eine Frau versucht mit dem Moped den Anhang hochzufahren. Sie lässt den Motor immer wieder aufheulen. Es nervt ihn, er stellt sich in die Tür, die Hände in die Seiten gestemmt. Die Shorts hängen an ihm dran. Ich sage ihm, wie alt ich heute geworden bin. Er kann es nicht fassen, dabei ist das nicht das erste Mal, dass ich ihm sage, wie alt ich bin. Er hat auch vergessen, dass ich das letzte Mal Zucker in meinen Espresso wollte. Eine ganze oder eine halbe Packung? Eine halbe. Gut, sagt er, dann hebe ich die andere Hälfte für nächstes Mal auf und schreibe deinen Namen drauf. Ich stelle mich jeden Tag auf den Kopf, sage ich, und habe gelesen, dass man dadurch den Alterungsprozess bremst. Aha, sagt er ohne großes Interesse. Ich glaube an Sex. Es macht was mit einem, man kriegt Energie. Aber wir können ja zurzeit keinen Sex haben, fährt er sachlich fort.
Heute mein Geburtstag. Viel Gelächter auf meiner Terrasse gestern Abend, als wir in den Tag hineinfeierten. Mitternachtstanz, Ständchen, sogar Geschenke, Kerzen, die ich ausblasen sollte.
Am nächsten Tag: Theodos schenkt mir eine Flasche Weißwein, die er aus seinem Weinregal holt. Wir trinken den oft zu Hause, sagt er. Mary lädt mich auf ein Glas Wein ein. Taxia singt mir ein Ständchen auf Griechisch. Ich verteile kleine Marzipankegel (handgemacht aus Mandeln und Honig). Theodos nimmt seinen Kegel sorgfältig mit einer Papierserviette aus der Plastikschachtel. Mary fließt über. Oh, meine Liebe, viel Erfolg. Luftkuss. Auf Zoom treffe ich schwedische Freunde und KP und R obendrauf. Zwei Freunde aus Malmö setzen sich Engelsschmuck ins Haar und singen ein umgedichtetes Weihnachtslied für mich. KP und R singen ein deutsches Geburtstagsständchen im Kanon. Gianni, der in der Küche steht, ruft mir hinterher: Alles Gute zum Geburtstag! Ein alter Mann streckt mir die Hand hin. Glückwunsch. Wenn wir traurig sind, möchten wir alleine sein, sagt er. Wenn wir uns freuen, möchten wir unter Menschen sein. Die zwei älteren Griechinnen (wahrscheinlich so alt wie ich), die am Nachbartisch vor einem Teller mit griechischen Plätzchen sitzen, gratulieren mir. Ich singe das Lied jetzt nicht nochmal, sagt Taxia, als die Schweden klagen, dass sie nichts gehört haben, sonst fliegen die Vögel weg.
Bei der heißen Quelle finde ich nach dem Bad im Meer meine Brille nicht mehr. Ich bitte eine andere Baderin, die gerade aus dem Meer kommt, mir beim Suchen zu helfen. Sie strengt sich an, kann aber auch nichts sehen. Dann laufe ich hin und her auf dem steinigen Weg, frage im Restaurant nach, ob was abgegeben wurde. Zwei junge Touristen, denen ich zuvor den Weg zum Strand gezeigt habe, versprechen mir, auf dem Rückweg die Augen offen zu halten. Ich gehe noch einmal zurück. Plötzlich sehe ich etwas unter der Bank in der Umkleide. Offensichtlich habe ich die Brille unwissentlich mitgeschleift, als ich den Rucksack "sicherheitshalber" mit mir in die Nähe des Beckens nahm. Der alte Mann vom Restaurant fragt den Kellner: Hat sie sie wieder gefunden? Ja. Wo war sie? Er bekommt eine Erklärung auf Griechisch.
Ich setze mich an den höchst gelegenen Tisch, esse gefüllte Zucchiniblüten und grünes Gemüse und blicke aufs Meer und auf die türkische Küste. Eine kleine griechische Flagge ist in einen Felsen gerammt. Ich stelle mir die Flüchtlingsboote vor, die hier gelandet sind, die Flüchtlinge, die wussten, dass sie jetzt "in Sicherheit" waren, aber nicht, was sie jetzt noch erwartete. Der komplette, radikale Neuanfang.
Jedes Mal, wenn ich in dem Wegewirrwarr in den Olivenhainen unterwegs bin, denke ich mir, dass ich über die Wasserleitungen etwas schreiben will. Wasserknotenpunkte mit Wasseruhren. Schläuche liegen an den Wegen entlang, immer mal wieder hat einer ein Loch, und oft ist das Loch notdürftig geflickt. Das Wasser sprudelt um die geflickte Stelle heraus, es bilden sich grüne Oasen, sumpfige Pfützen. Manche der Kupplungen, die scheinbar chaotisch über den Brunnenöffnungen liegen, sind isoliert mit Blasenplastik. Irgendwo zurrt ein Draht was zusammen oder ein Stuck abgerissenes Gewebe von einem Olivensack.
Ich denke mir auch, dass ich über die Männerreiche schreiben will. Diese halbwilden Grundstücke, die improvisierten Lösungen, ein Rest von Ungezähmtheit. Hunde im Rudel, Hütten und Unterstände, aus Müll gebaut. Irgendwo findet man immer etwas, dass man umfunktionieren kann, dem man ein neues Leben geben kann. Es ist nicht nur Geldmangel, sondern auch praktisches Denken.
Deshalb sind Giorgos Arbeiten so griechisch. Ich benütze nur Müll, sagt er stolz, "rubbish". Ein feiner Herr war da vorgestern da, erzählt er, und hat fünf von seinen Flüchtlingsbooten gekauft. Er hatte einen grauen Anzug an und sprach nicht viel, Giorgos weiß also nicht, was den Mann zu diesem Kauf bewegte. Am selben Tag hat er dann in seiner Werkstatt sieben neue Boote gebastelt. Ich bin an dem Abend an deinem Laden vorbeigegangen, sage ich, und schildere meinen Eindruck von dem leeren, halbdunklen Laden. Er lehnt sich zurück und will es genau wissen. Erst später, bei meinem Bad im Meer, fällt mir das Wort ein: der Laden strahlt etwas "Heiliges" aus. Auf English klingt es besser: "sacredness".
Ich bin dünner geworden, sagt Giorgos und streicht sich über den flachen Bauch, stimmts? Wieder fragt er mich, ob ich Ouzo trinke. Warum fragt er mich das jedes Mal, wir waren doch schon zweimal auf einen Ouzo in Petra, und vor ein paar Tagen nur hat er mich das Selbe gefragt! Ich erzähle ihm, dass meine Mutter jeden Abend vor dem Schlafengehen einen Schluck Ouzo trinkt. Er sagt, seine Mutter nahm immer mal wieder winzige Schlückchen aus einer kleinen Ouzoflasche. Alle paar Tage musste er ihr eine neue Flasche bringen. Er macht vor, wie sie an der Flasche zutzelte und schlürfte. Es schmeckt ihnen, sagt er und lacht.
In der Apotheke kaufe ich Masken für Kursteilnehmerinnen in Schweden und ein Visier für meinen Flug.
Ich möchte auch über den Abfall schreiben, der die Straßenränder säumt. Jedes Mal, wenn ich mit dem Bus nach Kalloní fahre, nehme ich mir das vor. Gedankenlos aus dem Fenster geworfene Plastikflaschen, Bierdosen, Kaffeebecher. Wenn die Leute es nicht einmal fertigbringen, ihren Müll zu sammeln und in die Mülltonne zu werfen, wenn sie bei vollem Bewusstsein Plastikabfall in die Landschaft schleudern, was ist das für eine Welt, die sie sich wünschen? Was denken, was fühlen diese Männer? Wer soll ihren Müll aufsammeln? Wieso denke ich, dass es hauptsächlich Männer sind, die sich auf diese Weise der Welt aufdrängen, ihr Revier markieren, sich aggressiv und respektlos verhalten? Was steckt für ein Impuls dahinter? Fühlt es sich unmännlich (schwach) an, Abfall in die dafür vorhergesehene Behälter zu werfen? Verliert man seine Stellung im Rudel? Ist es eine Geste der Auflehnung, der Rebellion, und gegen wen und was?
Bei einem Wortspiel am Abend zuvor sollte ich das Wort "spucken" erraten - ich war schon nahe dran, kam aber erst drauf, als eine meiner Mitspielerinnen sagte, "vor allem Männer machen es".
Der Busfahrer und sein Kompagnon haben ein kleines Betrugsspiel entwickelt. Dummen Ausländern (mir) wird ein Fahrschein mit dem Aufdruck 0,00 Euro verkauft. Wenn der Assistent während der Fahrt alle Passagiere kontrolliert, nimmt er den "kostenlosen" Fahrschein an sich, während er die anderen wieder an die Fahrgäste zurückgibt. Wenn man das bei jeder Fahrt bei einem Passagier macht, dann bezahlt das sicher alle Frappés des Tages. Ich überlege mir, ob ich beim Aussteigen etwas sagen soll, lasse es dann aber bleiben.
Ich bin dünner geworden, sagt Giorgos und streicht sich über den flachen Bauch, stimmts? Wieder fragt er mich, ob ich Ouzo trinke. Warum fragt er mich das jedes Mal, wir waren doch schon zweimal auf einen Ouzo in Petra, und vor ein paar Tagen nur hat er mich das Selbe gefragt! Ich erzähle ihm, dass meine Mutter jeden Abend vor dem Schlafengehen einen Schluck Ouzo trinkt. Er sagt, seine Mutter nahm immer mal wieder winzige Schlückchen aus einer kleinen Ouzoflasche. Alle paar Tage musste er ihr eine neue Flasche bringen. Er macht vor, wie sie an der Flasche zutzelte und schlürfte. Es schmeckt ihnen, sagt er und lacht.
In der Apotheke kaufe ich Masken für Kursteilnehmerinnen in Schweden und ein Visier für meinen Flug.
Ich möchte auch über den Abfall schreiben, der die Straßenränder säumt. Jedes Mal, wenn ich mit dem Bus nach Kalloní fahre, nehme ich mir das vor. Gedankenlos aus dem Fenster geworfene Plastikflaschen, Bierdosen, Kaffeebecher. Wenn die Leute es nicht einmal fertigbringen, ihren Müll zu sammeln und in die Mülltonne zu werfen, wenn sie bei vollem Bewusstsein Plastikabfall in die Landschaft schleudern, was ist das für eine Welt, die sie sich wünschen? Was denken, was fühlen diese Männer? Wer soll ihren Müll aufsammeln? Wieso denke ich, dass es hauptsächlich Männer sind, die sich auf diese Weise der Welt aufdrängen, ihr Revier markieren, sich aggressiv und respektlos verhalten? Was steckt für ein Impuls dahinter? Fühlt es sich unmännlich (schwach) an, Abfall in die dafür vorhergesehene Behälter zu werfen? Verliert man seine Stellung im Rudel? Ist es eine Geste der Auflehnung, der Rebellion, und gegen wen und was?
Bei einem Wortspiel am Abend zuvor sollte ich das Wort "spucken" erraten - ich war schon nahe dran, kam aber erst drauf, als eine meiner Mitspielerinnen sagte, "vor allem Männer machen es".
Der Busfahrer und sein Kompagnon haben ein kleines Betrugsspiel entwickelt. Dummen Ausländern (mir) wird ein Fahrschein mit dem Aufdruck 0,00 Euro verkauft. Wenn der Assistent während der Fahrt alle Passagiere kontrolliert, nimmt er den "kostenlosen" Fahrschein an sich, während er die anderen wieder an die Fahrgäste zurückgibt. Wenn man das bei jeder Fahrt bei einem Passagier macht, dann bezahlt das sicher alle Frappés des Tages. Ich überlege mir, ob ich beim Aussteigen etwas sagen soll, lasse es dann aber bleiben.
24. Juli -
2020/07/24 07:03
Sitze im Bus nach Kalloní. Es muss einen Grund dafür geben, dass ich so früh aufwache, dachte ich heute, und entdeckte dann, dass das Spezialfutter für Caesarion aus war.
Sitze im Bus nach Kalloní. Es muss einen Grund dafür geben, dass ich so früh aufwache, dachte ich heute, und entdeckte dann, dass das Spezialfutter für Caesarion aus war.
Gestern Abend saß ich in der Dunkelheit lange auf der Terrasse und malte, zu einem Glas Apfelschorle. Ich habe keine Ahnung, wann ich mich schlafen legte. Muss jedenfalls vor sechs Uhr wieder aufgewacht sein, denn als ich auf die Uhr schaute, war es sechs. Dann etwas unentschlossen herumgelegen. Als ich aufstand, um die Katzen zu füttern, sah ich, dass der Katzenfutterbeutel im Schrank so gut wie leer war. Plötzlich hatte ich es eilig. Geduscht, Bett gemacht, Maske eingepackt, Wasserflasche, Geld, Skizzenbuch, extra Rucksack, die Einkaufsliste, an der ich schon seit Wochen herumbastle. Das fast leere Handy, das ich im Schuppen hatte, ein wenig aufgeladen. Mit dem Fahrrad den Abhang hinunter gesaust.
Saß gestern lange bei Mary, trank ein Bier, aß Kartoffelchips aus der kleinen Schale, die man dazu bekommt. Buchte auf dem Ipad eine Zugreise nach Rgbg. Die Strecke Malmö-Kopenhagen war für die Buchung gesperrt. In der Hoffnung, dass ich das Problem "Kopenhagen" von Malmö aus lösen kann, habe ich dann als Abreiseort Kopenhagen angegeben und "Stornierungsschutz" angekreuzt. Da ich zwei Voucher hatte, musste ich "nur" 40 Euro drauflegen. War am Ende total erschöpft, auch weil ich bei jedem Versuch P bitten musste, die Kreditkarte zu bestätigen.
Am Nachmittag mit meinen Nachbarinnen zum Kaffeetrinken auf der Terrasse. Wieder hörte ich die Theorie, dass man bloß krank wird, wenn man "Angst" hat. Muss man jetzt Angst davor haben, dass man Angst hat? Und wenn man krank wird, werden die anderen dann den Kopf schütteln und sagen, "das ist nur passiert, weil du Angst hattest"?
Es gehört außerdem zur kritischen Ausstattung, das Tragen von Masken zu bezweifeln, den Regierungen, die Ausgangssperren angeordnet haben, autokratische Impulse zu unterstellen und den Medien Angstmacherei. Die Zahlen sind sowieso "nicht aussagekräftig". Ich würde in diesem Zusammenhang sagen, "im Zweifel für den Angeklagten", also für die Maske. Auch wenn sie nur 20% Schutz bietet und zwar den anderen.
Der Bus jetzt in Petra und hat gerade getankt. Die Morgensonne scheint. Fast jeder im Bus trägt eine Maske. Wir kommen in die Olivenhaine hinein. Terrassiertes Land.
Eine Frau aus Finnland in rosa Hosenanzug kam in Marys Lokal (ohne Maske) und bestand auf einer Umarmung. Wahrscheinlich gerade mit dem Flugzeug angekommen. Hinter ihrem Rücken rollte Mary verzweifelt mit den Augen.
Saß gestern lange bei Mary, trank ein Bier, aß Kartoffelchips aus der kleinen Schale, die man dazu bekommt. Buchte auf dem Ipad eine Zugreise nach Rgbg. Die Strecke Malmö-Kopenhagen war für die Buchung gesperrt. In der Hoffnung, dass ich das Problem "Kopenhagen" von Malmö aus lösen kann, habe ich dann als Abreiseort Kopenhagen angegeben und "Stornierungsschutz" angekreuzt. Da ich zwei Voucher hatte, musste ich "nur" 40 Euro drauflegen. War am Ende total erschöpft, auch weil ich bei jedem Versuch P bitten musste, die Kreditkarte zu bestätigen.
Am Nachmittag mit meinen Nachbarinnen zum Kaffeetrinken auf der Terrasse. Wieder hörte ich die Theorie, dass man bloß krank wird, wenn man "Angst" hat. Muss man jetzt Angst davor haben, dass man Angst hat? Und wenn man krank wird, werden die anderen dann den Kopf schütteln und sagen, "das ist nur passiert, weil du Angst hattest"?
Es gehört außerdem zur kritischen Ausstattung, das Tragen von Masken zu bezweifeln, den Regierungen, die Ausgangssperren angeordnet haben, autokratische Impulse zu unterstellen und den Medien Angstmacherei. Die Zahlen sind sowieso "nicht aussagekräftig". Ich würde in diesem Zusammenhang sagen, "im Zweifel für den Angeklagten", also für die Maske. Auch wenn sie nur 20% Schutz bietet und zwar den anderen.
Der Bus jetzt in Petra und hat gerade getankt. Die Morgensonne scheint. Fast jeder im Bus trägt eine Maske. Wir kommen in die Olivenhaine hinein. Terrassiertes Land.
Eine Frau aus Finnland in rosa Hosenanzug kam in Marys Lokal (ohne Maske) und bestand auf einer Umarmung. Wahrscheinlich gerade mit dem Flugzeug angekommen. Hinter ihrem Rücken rollte Mary verzweifelt mit den Augen.
23. Juli -
2020/07/23 16:22
Und, was machst du heute, fragte mich S am Morgen. Ich hatte keine Ahnung, was ich antworten sollte. Jetzt ist es schon später Nachmittag, ich sitze auf der Terrasse und trinke Kaffee, und es fällt mir schwer, mich daran zu erinnern, was ich tagsüber getan habe. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich diese Aufzeichnungen schreibe. Es geht ein heißer Wind. Auf dem Tisch liegt Pedro Paramo von Juan Rulfo, ein Buch, das ich schon einmal gelesen habe. Es ist wie ein Traum und passt zu der allgemeinen Stimmung. In der Früh war ich beim Schwimmen im Meer. Nach dem Frühstück habe ich zwei Lektionen Griechisch gemacht. Ich habe gesehen, dass meine „Zucchinipflanze“ ein Kürbis ist. Ich habe den Kompost gewendet und drei Ladungen Wäsche gewaschen (auch die meiner Nachbarinnen), während ich die wöchentliche (letzte) Mail für meinen Schreibkurs schrieb und ein paar abschließende Gedanken in den Computer tippte. Darüber wurde es Mittagszeit. Kochte mir Spaghetti mit Zucchini und Tomatensoße und geriebenem Ladotiri und aß unter dem Olivenbaum. Machte das Mini-Kreuzworträtsel der NYT und las einen Artikel über einen polnischen Opernregisseur, der in Salzburg lebt und dort spannende Inszenierungen schafft. Er sagte, die Stadt sei schwer für ihn zu ertragen. Während der Ausgangssperre sei es ihm leichter gefallen. Legte mich aufs Bett und fiel in einen anstrengenden Schlaf, aus dem ich aufwachte, weil A mir eine Nachricht schickte. P hat ein virtuelles Geburtstagsfrühstück für mich organisiert, mit schwedischen Freunden. Lud meine Nachbarinnen auf einen Spieleabend ein für morgen Abend. Stellte mir vor, dass ich nach Kallonì fahre, dort Sekt und Katzenfutter kaufe und nach einer Komposttonne Ausschau halte. Kochte mir einen Espresso im griechischen Kaffeekännchen, mit Zucker und Milch, und sortierte die Wäsche, die schon trocken war.
Gestern Abend mit S. bei Mary. Zuvor die monatliche Sitzung unserer Wohn-Coop, mit Bier. P backt schon Kuchen für meine Heimkehr. Ich möchte gerne nach Hause kommen, fürchte mich aber vor dem Abschied.
Giorgos gestern Abend, unrasiert, schlecht gelaunt. Was ist passiert? Nichts. Es passiert nichts! Wir warten alle darauf, dass etwas passiert, etwas Großes, das unser Warten hier rechtfertigt, aber es passiert nichts! Ich wünsche mir den Winter zurück! Ich hatte S. mitgenommen. Etwas unbeholfen versuchte ich sie für die Sachen zu interessieren, die er in seinem Laden hat. Auf dem Weg nach unten gingen wir im Laden einer Dänin, die maßgeschneiderte Sommerkleider verkauft. Vor dem Laden saß eine Schwedin aus Stockholm. Sie sprach mich im Stockholm-Akzent an, aber ich ging sofort auf Englisch über. Schwedisch fühlt sich schwerfällig an auf meiner Zunge, vor allem, wenn ich mit jemandem reden soll, der aus Stockholm ist. Das makellose schwedische Blondsein und die unverbindliche Freundlichkeit lösen bei mir sofort einen inneren Widerstand aus.
Und, was machst du heute, fragte mich S am Morgen. Ich hatte keine Ahnung, was ich antworten sollte. Jetzt ist es schon später Nachmittag, ich sitze auf der Terrasse und trinke Kaffee, und es fällt mir schwer, mich daran zu erinnern, was ich tagsüber getan habe. Das ist auch einer der Gründe, weshalb ich diese Aufzeichnungen schreibe. Es geht ein heißer Wind. Auf dem Tisch liegt Pedro Paramo von Juan Rulfo, ein Buch, das ich schon einmal gelesen habe. Es ist wie ein Traum und passt zu der allgemeinen Stimmung. In der Früh war ich beim Schwimmen im Meer. Nach dem Frühstück habe ich zwei Lektionen Griechisch gemacht. Ich habe gesehen, dass meine „Zucchinipflanze“ ein Kürbis ist. Ich habe den Kompost gewendet und drei Ladungen Wäsche gewaschen (auch die meiner Nachbarinnen), während ich die wöchentliche (letzte) Mail für meinen Schreibkurs schrieb und ein paar abschließende Gedanken in den Computer tippte. Darüber wurde es Mittagszeit. Kochte mir Spaghetti mit Zucchini und Tomatensoße und geriebenem Ladotiri und aß unter dem Olivenbaum. Machte das Mini-Kreuzworträtsel der NYT und las einen Artikel über einen polnischen Opernregisseur, der in Salzburg lebt und dort spannende Inszenierungen schafft. Er sagte, die Stadt sei schwer für ihn zu ertragen. Während der Ausgangssperre sei es ihm leichter gefallen. Legte mich aufs Bett und fiel in einen anstrengenden Schlaf, aus dem ich aufwachte, weil A mir eine Nachricht schickte. P hat ein virtuelles Geburtstagsfrühstück für mich organisiert, mit schwedischen Freunden. Lud meine Nachbarinnen auf einen Spieleabend ein für morgen Abend. Stellte mir vor, dass ich nach Kallonì fahre, dort Sekt und Katzenfutter kaufe und nach einer Komposttonne Ausschau halte. Kochte mir einen Espresso im griechischen Kaffeekännchen, mit Zucker und Milch, und sortierte die Wäsche, die schon trocken war.
Gestern Abend mit S. bei Mary. Zuvor die monatliche Sitzung unserer Wohn-Coop, mit Bier. P backt schon Kuchen für meine Heimkehr. Ich möchte gerne nach Hause kommen, fürchte mich aber vor dem Abschied.
Giorgos gestern Abend, unrasiert, schlecht gelaunt. Was ist passiert? Nichts. Es passiert nichts! Wir warten alle darauf, dass etwas passiert, etwas Großes, das unser Warten hier rechtfertigt, aber es passiert nichts! Ich wünsche mir den Winter zurück! Ich hatte S. mitgenommen. Etwas unbeholfen versuchte ich sie für die Sachen zu interessieren, die er in seinem Laden hat. Auf dem Weg nach unten gingen wir im Laden einer Dänin, die maßgeschneiderte Sommerkleider verkauft. Vor dem Laden saß eine Schwedin aus Stockholm. Sie sprach mich im Stockholm-Akzent an, aber ich ging sofort auf Englisch über. Schwedisch fühlt sich schwerfällig an auf meiner Zunge, vor allem, wenn ich mit jemandem reden soll, der aus Stockholm ist. Das makellose schwedische Blondsein und die unverbindliche Freundlichkeit lösen bei mir sofort einen inneren Widerstand aus.
21. Juli -
2020/07/21 21:17
Bin ich denn überhaupt hier gewesen? Oder bin ich die ganze Zeit davor geflohen?
Heute Arbeit am A-Text. Ich zweifle an jedem Satz. "Mach es jetzt einfach fertig", schreibt P. "Es ist gut."
Es soll wieder heißer werden. Noch heißer. Nachmittags lag ich wieder erledigt auf dem Bett, schlief über eine Stunde, wackelte dann hinaus in die Nachmittagshitze, nähte einen Knopf an meine Shorts.
Jetzt auf der Terrasse. Die Sonne ist untergegangen. Die Zikaden sägen, die Hunde bellen, der Himmel über dem Dorf ist eine Symphonie von Farben. Die Burg ist angeleuchtet. Wie kann man sich an jemals daran gewöhnen? Diese Schönheit. Aus dem Abstand. Je näher man kommt, desto mehr bröckelt die Schönheit.
Der Käfer: Etwas krabbelte an meinem Bein, als ich gerade den Knopf an die Shorts nähte. Ich rieb mit dem Fuß dagegen. Als ich schaute, sah ich, dass es ein großer Käfer gewesen war. Zwei Beine lagen auf dem Boden, daneben der reglose Körper. Schlechtes Gewissen. Warum habe ich nicht nachgeschaut, einfach nur meinen Impulsen blind gehorcht? Eine Weile später sehe ich, dass der Käfer nicht tot ist. Völlig versehrt kämpft er darum, sich fortzubewegen, schleppt sich im Kreis herum. Auch Fliegen ist nicht mehr möglich. Ich wünsche, dass eine Katze käme, dieser Qual ein Ende bereiten würde. Aber nach einer Weile muss ich einsehen, dass ich selbst es machen muss. Gehe, um einen Stein zu holen. Entschuldige mich bei der Kreatur, der ich solches Leid zugefügt habe. Entschuldige mich, weil ich ihm jetzt das Leben nehme. Schlage mit dem Stein zu, nehme den zerquetschten, toten Käfer an einem Bein und werfe ihn in den Rosmarinbusch. Was ging in ihm vor, als er sich so mühselig über den Boden schleppte? Hinterher denke ich mir ein Szenario aus, in dem ich mit ihm zur Tierärztin fahre und sie bitte, ihm einen kleinen Rollstuhl zu basteln. Wir leben zusammen, bis der Tod uns scheidet. Plötzlich sind wir Verbündete, karmisch miteinander verschweißt. Werde ich diesen Moment auch vergessen, wie das meiste sonst? Oder wird er in meinem Gedächtnis bleiben?
Meine Mutter ist heute mit dem Bus zum Treffen mit ihren ehemaligen Klassenkameradinnen gefahren, schrieb meine Schwester. "Eine schöne Entwicklung." Gestern sprach ich mit ihr (unserer Mutter). Erst zählte sie mir alle Argumente her, die gegen dieses Treffen sprachen, aber kurze Zeit später hatte sie sie vergessen.
Präsent sein ist die größte und die schwierigste Aufgabe. Immer wieder ziehen wir etwas hervor, das uns von dem jetzigen Augenblick trennen kann, weil wir ihn nicht aushalten. Warum? Weil er kein Futter für unser Ego bietet. Er ist einfach nur da. Immer versuchen wir, ihn in ein System, in eine Kategorie einzuordnen, unserer Weltsicht zu unterwerfen. Warum? Weil unser Ego Angst vor der Auslöschung hat, weil es nicht erträgt, ein Teil von einem Ganzen zu sein. Aber warum sind wir so konstruiert? Wenn ich erlebe, dass Tiere mich als Bedrohung sehen, dass sie versuchen, mir zu entkommen, frage ich mich, was in ihnen vorgeht? Geht etwas ihn ihnen vor? Gibt es einen Funken Bewusstsein, der sich gegen den Tod, gegen die Auslöschung auflehnt? Und was unterscheidet mich von den Ameisen, die ich von der Arbeitsfläche am Spülbecken wische?
Heute sah ich eine weitere von Artemis' Töchtern: eine faszinierende, natürliche Schönheit.
Bin ich denn überhaupt hier gewesen? Oder bin ich die ganze Zeit davor geflohen?
Heute Arbeit am A-Text. Ich zweifle an jedem Satz. "Mach es jetzt einfach fertig", schreibt P. "Es ist gut."
Es soll wieder heißer werden. Noch heißer. Nachmittags lag ich wieder erledigt auf dem Bett, schlief über eine Stunde, wackelte dann hinaus in die Nachmittagshitze, nähte einen Knopf an meine Shorts.
Jetzt auf der Terrasse. Die Sonne ist untergegangen. Die Zikaden sägen, die Hunde bellen, der Himmel über dem Dorf ist eine Symphonie von Farben. Die Burg ist angeleuchtet. Wie kann man sich an jemals daran gewöhnen? Diese Schönheit. Aus dem Abstand. Je näher man kommt, desto mehr bröckelt die Schönheit.
Der Käfer: Etwas krabbelte an meinem Bein, als ich gerade den Knopf an die Shorts nähte. Ich rieb mit dem Fuß dagegen. Als ich schaute, sah ich, dass es ein großer Käfer gewesen war. Zwei Beine lagen auf dem Boden, daneben der reglose Körper. Schlechtes Gewissen. Warum habe ich nicht nachgeschaut, einfach nur meinen Impulsen blind gehorcht? Eine Weile später sehe ich, dass der Käfer nicht tot ist. Völlig versehrt kämpft er darum, sich fortzubewegen, schleppt sich im Kreis herum. Auch Fliegen ist nicht mehr möglich. Ich wünsche, dass eine Katze käme, dieser Qual ein Ende bereiten würde. Aber nach einer Weile muss ich einsehen, dass ich selbst es machen muss. Gehe, um einen Stein zu holen. Entschuldige mich bei der Kreatur, der ich solches Leid zugefügt habe. Entschuldige mich, weil ich ihm jetzt das Leben nehme. Schlage mit dem Stein zu, nehme den zerquetschten, toten Käfer an einem Bein und werfe ihn in den Rosmarinbusch. Was ging in ihm vor, als er sich so mühselig über den Boden schleppte? Hinterher denke ich mir ein Szenario aus, in dem ich mit ihm zur Tierärztin fahre und sie bitte, ihm einen kleinen Rollstuhl zu basteln. Wir leben zusammen, bis der Tod uns scheidet. Plötzlich sind wir Verbündete, karmisch miteinander verschweißt. Werde ich diesen Moment auch vergessen, wie das meiste sonst? Oder wird er in meinem Gedächtnis bleiben?
Meine Mutter ist heute mit dem Bus zum Treffen mit ihren ehemaligen Klassenkameradinnen gefahren, schrieb meine Schwester. "Eine schöne Entwicklung." Gestern sprach ich mit ihr (unserer Mutter). Erst zählte sie mir alle Argumente her, die gegen dieses Treffen sprachen, aber kurze Zeit später hatte sie sie vergessen.
Präsent sein ist die größte und die schwierigste Aufgabe. Immer wieder ziehen wir etwas hervor, das uns von dem jetzigen Augenblick trennen kann, weil wir ihn nicht aushalten. Warum? Weil er kein Futter für unser Ego bietet. Er ist einfach nur da. Immer versuchen wir, ihn in ein System, in eine Kategorie einzuordnen, unserer Weltsicht zu unterwerfen. Warum? Weil unser Ego Angst vor der Auslöschung hat, weil es nicht erträgt, ein Teil von einem Ganzen zu sein. Aber warum sind wir so konstruiert? Wenn ich erlebe, dass Tiere mich als Bedrohung sehen, dass sie versuchen, mir zu entkommen, frage ich mich, was in ihnen vorgeht? Geht etwas ihn ihnen vor? Gibt es einen Funken Bewusstsein, der sich gegen den Tod, gegen die Auslöschung auflehnt? Und was unterscheidet mich von den Ameisen, die ich von der Arbeitsfläche am Spülbecken wische?
Heute sah ich eine weitere von Artemis' Töchtern: eine faszinierende, natürliche Schönheit.
20. Juli -
2020/07/20 13:32
Sitze auf der Terrasse. Komische, unruhige, gedrückte Laune.
Eigentlich könnte ich froh und erleichtert sein, weil ich gerade gelesen habe, dass Tiere, die ab und zu fasten, insgesamt gesünder sind und länger leben als Tiere, die andauernd Futter zur Verfügung haben. Wenn man Katzen intermittierend fasten lässt, ihnen also an einem Tag kein Futter gibt, am nächsten aber so viel wie sie wollen, fressen sie weniger als Tiere, die regelmäßig gefüttert werden. Dasselbe gilt auch für Menschen.
Ein Argument dafür, warum mein herannahender Abschied mich nicht so belasten sollte.
Vormittags Griechisch, Yoga, Meditation, Arbeit am A-Text. Mittagessen: Zucchini und Linsen, dazu gekochte Kartoffeln. Ein Salat aus Tomate und Avocado.
Meine selber gezogenen Tomaten haben zwar viele Früchte, aber sie sind alle noch grün. Der Zucchinischwanz ringelt sich übers Mäuerchen und hat viele Knospen und Blüten, aber bisher noch keine Frucht. Ich überlege schon seit Wochen, wem ich die Töpfe zur Adoption überlassen kann, wenn ich hier zumache. Täglich gieße ich sie zweimal und freue mich an ihrem Wachsen. Einmal habe ich bisher eine Portion Salat gegessen.
Hin und wieder frage ich mich, was aus diesem Tagebuch werden soll. Soll etwas daraus werden?
Las gestern in der NYT ein Interview mit Charlie Kaufmann. Mehr von ihm lesen. Abgefahrene, verrückte Gedanken lösen bei mir ein Glücksgefühl aus.
P schickt Bilder von neuen Wasserhähnen im Garten. Endlich. Sie haben schon seit Jahren getropft. Der eine ging gestern gar nicht mehr abzudrehen. Sonst hätten wir wahrscheinlich noch ein Jahr gewartet.
Sitze auf der Terrasse. Komische, unruhige, gedrückte Laune.
Eigentlich könnte ich froh und erleichtert sein, weil ich gerade gelesen habe, dass Tiere, die ab und zu fasten, insgesamt gesünder sind und länger leben als Tiere, die andauernd Futter zur Verfügung haben. Wenn man Katzen intermittierend fasten lässt, ihnen also an einem Tag kein Futter gibt, am nächsten aber so viel wie sie wollen, fressen sie weniger als Tiere, die regelmäßig gefüttert werden. Dasselbe gilt auch für Menschen.
Ein Argument dafür, warum mein herannahender Abschied mich nicht so belasten sollte.
Vormittags Griechisch, Yoga, Meditation, Arbeit am A-Text. Mittagessen: Zucchini und Linsen, dazu gekochte Kartoffeln. Ein Salat aus Tomate und Avocado.
Meine selber gezogenen Tomaten haben zwar viele Früchte, aber sie sind alle noch grün. Der Zucchinischwanz ringelt sich übers Mäuerchen und hat viele Knospen und Blüten, aber bisher noch keine Frucht. Ich überlege schon seit Wochen, wem ich die Töpfe zur Adoption überlassen kann, wenn ich hier zumache. Täglich gieße ich sie zweimal und freue mich an ihrem Wachsen. Einmal habe ich bisher eine Portion Salat gegessen.
Hin und wieder frage ich mich, was aus diesem Tagebuch werden soll. Soll etwas daraus werden?
Las gestern in der NYT ein Interview mit Charlie Kaufmann. Mehr von ihm lesen. Abgefahrene, verrückte Gedanken lösen bei mir ein Glücksgefühl aus.
P schickt Bilder von neuen Wasserhähnen im Garten. Endlich. Sie haben schon seit Jahren getropft. Der eine ging gestern gar nicht mehr abzudrehen. Sonst hätten wir wahrscheinlich noch ein Jahr gewartet.
19. Juli
2020/07/19 21:35
Gestern nichts geschrieben. Es war Putztag, Waschtag. Am Abend ans Meer. Dann auf der Terrasse ein Bier und den Rest der Pistazien. Machte mir ein kretonisches Trockenbrot mit Olivenöl, Tomaten und Oliven, darüber Feta. Las weiter in "The Lake District Murder", ein klassischer englischer Krimi von John Bude aus dem Jahr 1930.
Meine Schwester schickt Bilder von meiner Mutter und meiner Tante, die sich seit langer Zeit zum ersten Mal wieder gesehen haben. Beide gehen inzwischen mit Rollator. Diese Wiederbegegnung der beiden Schwestern ist ein großes familiäres Ereignis.
Am Morgen am Meer erzählte mir Artemis, dass der Besitzer der Terrorhundegruppe angezeigt worden ist und deshalb jetzt seine Hunde in einem eingezäunten Bereich seines großen Grundstücks hält, wo auch Schafe grasen. Erst hatte er wohl versucht, sich herauszureden: es seien nicht seine Hunde, jemand habe sie ihm über den Zaun geworfen, aber das hatte ihm nichts geholfen. Ich war also nicht die Einzige gewesen, die sich bedroht gefühlt hatte. Und bekam endlich eine Erklärung dafür, warum ich die Hunde seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen hatte. Ich hatte vermutet, dass sie entweder überfahren worden waren oder dass man sie eingeschläfert hatte, oder dass er sie weggegeben hatte. Es geht ihnen gut, sagte Artemis. Das Grundstück ist groß. Natürlich geht keiner mit ihnen spazieren oder kümmert sich um sie. Sie sind jetzt wilde, eingezäunte Hunde.
Zum Frühstück Pfannkuchen mit Honig und noch ein kretensisches Brot mit Tomate und Oliven. Wanderung mit S, die ich seit vielen Jahren immer wieder hier treffe. Es kommt dann zu intensiven und erinnerungswürdigen Begegnungen, und dann sehen wir uns wieder ein paar Jahre lang nicht. Ich hatte eine Wanderung nach Vafios vorgeschlagen, verlief mich aber an einer Abzweigung (an der ich mich schon mal verlaufen habe) und wir liefen in der glühenden Sonne zu hartnäckig weiter, kletterten über Stacheldrähte, krochen durchs Gestrüpp, gingen in unwegsamem Gelände, bis wir schließlich einsahen, dass wir doch umkehren mussten. Zu meiner Überraschung erzählte sie mir, dass sie sich von dem Mann scheiden lässt, von dem sie vor zwei Jahren mit so großer Freude erzählt hatte. Das Geld, das sie laut Ehevertrag von ihm bekommen soll, eine Summe, bei der mir der Kiefer runterklappt, hält sie momentan noch zusammen unter demselben Dach.
Wir kehren in einer Taverne in Vafios ein, essen gefüllte Zucchiniblüten, Weinblätter, Tsatsiki und Fava. Eine kleine Katze ist an einer Leine an einem Tisch festgebunden, sehnt sich aber nach Streicheleinheiten. Es kommen griechische Familien und lassen sich reichlich Sonntagessen auftischen. Auf dem Rückweg verliefen wir uns gleich am Anfang, aber ich merkte es noch rechtzeitig, bevor wir schon zu weit bergab gelaufen waren.
Insgesamt waren wir sieben Stunden unterwegs gewesen, als ich nach Hause kam. Ich duschte kalt, legte mich aufs Bett und schlief, ging dann schließlich noch einmal schwimmen, kaufte im kleinen Laden Weintrauben und setzte mich mit einem eisgekühlten Retsina auf die Terrasse. Etwas Sonne abbekommen, trotz Babymilch mit Sonnenschutzfaktor 30.
Gestern nichts geschrieben. Es war Putztag, Waschtag. Am Abend ans Meer. Dann auf der Terrasse ein Bier und den Rest der Pistazien. Machte mir ein kretonisches Trockenbrot mit Olivenöl, Tomaten und Oliven, darüber Feta. Las weiter in "The Lake District Murder", ein klassischer englischer Krimi von John Bude aus dem Jahr 1930.
Meine Schwester schickt Bilder von meiner Mutter und meiner Tante, die sich seit langer Zeit zum ersten Mal wieder gesehen haben. Beide gehen inzwischen mit Rollator. Diese Wiederbegegnung der beiden Schwestern ist ein großes familiäres Ereignis.
Am Morgen am Meer erzählte mir Artemis, dass der Besitzer der Terrorhundegruppe angezeigt worden ist und deshalb jetzt seine Hunde in einem eingezäunten Bereich seines großen Grundstücks hält, wo auch Schafe grasen. Erst hatte er wohl versucht, sich herauszureden: es seien nicht seine Hunde, jemand habe sie ihm über den Zaun geworfen, aber das hatte ihm nichts geholfen. Ich war also nicht die Einzige gewesen, die sich bedroht gefühlt hatte. Und bekam endlich eine Erklärung dafür, warum ich die Hunde seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen hatte. Ich hatte vermutet, dass sie entweder überfahren worden waren oder dass man sie eingeschläfert hatte, oder dass er sie weggegeben hatte. Es geht ihnen gut, sagte Artemis. Das Grundstück ist groß. Natürlich geht keiner mit ihnen spazieren oder kümmert sich um sie. Sie sind jetzt wilde, eingezäunte Hunde.
Zum Frühstück Pfannkuchen mit Honig und noch ein kretensisches Brot mit Tomate und Oliven. Wanderung mit S, die ich seit vielen Jahren immer wieder hier treffe. Es kommt dann zu intensiven und erinnerungswürdigen Begegnungen, und dann sehen wir uns wieder ein paar Jahre lang nicht. Ich hatte eine Wanderung nach Vafios vorgeschlagen, verlief mich aber an einer Abzweigung (an der ich mich schon mal verlaufen habe) und wir liefen in der glühenden Sonne zu hartnäckig weiter, kletterten über Stacheldrähte, krochen durchs Gestrüpp, gingen in unwegsamem Gelände, bis wir schließlich einsahen, dass wir doch umkehren mussten. Zu meiner Überraschung erzählte sie mir, dass sie sich von dem Mann scheiden lässt, von dem sie vor zwei Jahren mit so großer Freude erzählt hatte. Das Geld, das sie laut Ehevertrag von ihm bekommen soll, eine Summe, bei der mir der Kiefer runterklappt, hält sie momentan noch zusammen unter demselben Dach.
Wir kehren in einer Taverne in Vafios ein, essen gefüllte Zucchiniblüten, Weinblätter, Tsatsiki und Fava. Eine kleine Katze ist an einer Leine an einem Tisch festgebunden, sehnt sich aber nach Streicheleinheiten. Es kommen griechische Familien und lassen sich reichlich Sonntagessen auftischen. Auf dem Rückweg verliefen wir uns gleich am Anfang, aber ich merkte es noch rechtzeitig, bevor wir schon zu weit bergab gelaufen waren.
Insgesamt waren wir sieben Stunden unterwegs gewesen, als ich nach Hause kam. Ich duschte kalt, legte mich aufs Bett und schlief, ging dann schließlich noch einmal schwimmen, kaufte im kleinen Laden Weintrauben und setzte mich mit einem eisgekühlten Retsina auf die Terrasse. Etwas Sonne abbekommen, trotz Babymilch mit Sonnenschutzfaktor 30.
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